TABOR SOCIETY e.V. HEIDELBERG

Deutsche Gesellschaft zur Förderung orthodoxer Kirchenschulen in Äthiopien

Nachruf auf Jan-Gerd Beinke

Im August 2018 starb überraschend der langjährige Vorsitzende der Tabor Society und Pfarrer i. R. Jan-Gerd Beinke. Er wurde 73 Jahre alt.

Bild Jan-Gerd Beinke
Hier mit J. Tubach sowie einem Absolventen der von der Tabor Society geförderten Schule in Debre Tabor mit seinem Sohn bei einem Besuch in dessen Haus in Addis 2015


Von Anfang an hat er die Tabor Society entscheidend mit geprägt. Er gehörte zu dem kleinen Kreis von Studenten, die zusammen mit Professor Heyer die Tabor Society gründeten. Von 1975 - 1977 und dann wieder von 1995 - 2016 war er erster Vorsitzender. 2016 trat er auf eigenen Wunsch vom Vorsitz der Tabor Society aus Gesundheitsgründen zurück. Auch danach noch war er dem Verein eng verbunden und ein wertvoller Ratgeber durch seine klugen Einschätzungen, seine intimen Kenntnisse Äthiopiens, seine vielfältigen Kontakte, die er bei zahlreichen Reisen erworben hatte und nach wie vor pflegte. Viele Menschen dort unterstützte er auch privat. Anfangs war er mit Prof. Heyer unterwegs, später allein oder mit anderen Mitgliedern der Tabor Society, wie etwa mit Frau Georgieff, der damaligen Schatzmeisterin, oder 2015 mit Prof. Tubach, 2. Vorsitzender, und dessen Frau.
Durch zahllose Vorträge in Heidelberg und Umgebung sowie in seinen ehemaligen Pfarrgemeinden Sinsheim, Zell i. W. und Rheinfelden warb er für die Kirchenschulen, gewann neue Mitglieder zur Arbeit der Tabor Society und bat um Spenden, ohne die die Arbeit des Vereins unmöglich gewesen wäre. Viele teilten danach seine Liebe zu Äthiopien und blieben der Tabor Society bis heute treu.
Obwohl er im Laufe seines Lebens fast die ganze Welt bereist hatte, auch einige Zeit in Japan lebte, galt seine große Liebe Äthiopien. Dort fühlte er sich wohl. Beim Erzählen von seinen Reisen zu den Kirchenschulen wurde er ganz lebhaft. 2015 wollte er noch einmal Äthiopien bereisen trotz seiner eingeschränkten Gesundheit. Die Reise war wie ein Abschiednehmen von Menschen und von Orten. Sehr bezeichnend und bewegend war etwa folgende kleine Episode: als wir von einem Besuch in Bethlehem zurückfuhren, wartete unterwegs an einer Kreuzung einer der Qene- Lehrer. Dieser Lehrer ist gelähmt und wurde von seinen Schülern begleitet, die ihn trugen. Stundenlang hatte er unter einem Baum gesessen und gewartet, weil er gehört hatte, Jan-Gerd Beinke sei im Land.
Wir bedauern zutiefst, dass Jan-Gerd Beinke von uns gegangen ist und sind gleichzeitig dankbar für alles, was er uns und der Tabor Society war.
Möge er in Gott Ruhe und Frieden finden. Ihm sei er anbefohlen.
Im Namen des Vorstandes
Marion Feuerstein